Erfahrungen aus der Praxis

Studien sind gut – Erfahrungen aus der Praxis sind besser. In der nahegelegenen Gemeinde Freiamt stehen seit 2001 Windenergieanlagen – mittlerweile 5 Stück. Mit dem vier Sterne S Hotel Ludinmühle findet sich außerdem eine vergleichbare Konstellation (Abstand zur nächsten Windenergieanlage hier 800 Meter). Herrn Klausmann, Leiter der Tourist Info und des Kurhauses in Freiamt nimmt zum Thema „Auswirkungen der Windenergieanlagen auf den Tourismus in Freiamt“, „Übernachtungszahlen“ und „Feedback der Gäste zur Windenergie“ wie folgt Stellung:

From: Klausmann
Date: 2011/9/12
Subject: Freiamt Windenergie und Tourismus
To: „fabian.just@schmalz.de“
Tourist-Information Freiamt
Robert Klausmann
e-mail klausmann@freiamt.de
Internet www.freiamt.de
Telefon direkt +49(0)7645-91 03 33
Telefax +49(0)7645-91 03 99
Badstraße 1, D-79348 Freiamt im Schwarzwald

Freiamt – Fokus Windenergie und Tourismus
Freiamt – ein Ort voller Energie – Slogan zum Grünen Wochenende (Gewerbeausstellung)
Freiamt – ein Ort voller Energie – Einladung zu einer kulinarischen Reise voller Energie und Kreativität = Kulinarischer Kalender der Wirtegemeinschaft Freiamt
www.freiamt.de – Preisträger „familien-ferien in Baden-Württemberg“
www.energiegemeinde.de

„Verein zur Förderung der Windenergie in Freiamt“

www.freiamt-windmuehlen.de

Guten Tag Herr Fabian Just!

Freiamt hat mit den regenerativen Energien einen positiven Imageträger. Der Tagestourismus hat sich mit diesem Thema in den Jahren stetig positiv entwickelt.

Der allgemeine Tourismus (Übernachtungsgäste) steht im allgemeinen Schwarzwaldtrend. Ebenfalls fast jährliche Steigerungen bei den Ankünften (Gästen).
Mit der allgemeinen kürzeren Verweildauer bleibt jedoch die jährliche Übernachtungszahl konstant. Jährlich ca. 17.500 Gäste – 60.000 bis 65.000 Übernachtungen.

Jährlich erreichen uns in der standardisierten Gästeumfrage mit 28 Fragenkomplexen ca. 700 bis 800 Antworten. Es wird hierbei nicht konkret nach regenerativer Energie (Anlagen) bzw. nach Windrädern gefragt. Hier werden allgemein vereinzelt positive Meinungen zu diesem aktuellen Thema (Energie) abgegeben.

Auch im Gästekontakt und im Gespräch mit den Feriengästen an der Reception der Tourist-Information werden nach technischen Daten, Betreibern gefragt, die Gesprächsatmosphäre ist sachlich informativ und es gibt hierzu eher Lob für die „Pioniere“ der Windkraft.

Bisher – und dies schon vor Jahren- hatten wir genau zwei Eingaben von Gästen, die eine negative Meinung zu den Windrädern abgaben.

Topografisch stehen die einzelnen Windräder in Freiamt nicht stetig auf einem „Präsentierteller“, mal hat der Wanderer die Windräder vor Augen, dann verschwinden Sie wieder auf seiner Wanderstrecke.

Schattenschlag ist bei den betroffenen Angrenzern über entsprechende technische Steuerung geregelt, Betrieb wird automatisch in diesen Zeiten gestoppt.

Der Abstand beträgt mindestens 450 Meter.

Die Wirtegemeinschaft gibt jährlich einen kulinarischen Kalender heraus, eine Einladung zu einer kulinarischen Reise voller Energie und Kreativität.
Jeder beteiligte Gastronom bringt seine Kreativität ein, vielmals gekoppelt mit Informationen / Besichtigungen von regenerativen Anlagen, z.B. Hackschnitzelanlagen, Photovoltaik und Besichtigung / Besteigung / Führung zu Windrädern usw. Sie Homepage Freiamt unter Tourismus / Essen und Trinken / Kulinarischer Kalender – .

In Kürze soviel zu Windenergie und Tourismus in Freiamt – kein Spannungsfeld – sondern Zeitgeist, der für die Gäste in der derzeitigen Anzahl von fünf Windrädern und anderen Energieanlagen eine „normale“ Begleiterscheinung an ihrem liebgewonnen Ferienort (Freiamt) ist.

Viele Grüße aus Freiamt im Schwarzwald

Robert Klausmann
Leiter Tourist-Information
und Kurhaus Freiamt

Die Anzahl Windenergieanlagen im Süden Deutschlands ist sehr überschaubar und auch der geplante Windpark Alexanderschanze ist im gesamtdeutschen Vergleich ein sehr kleiner Park. Wie wirken sich nun größere Anlagenstückzahlen auf den Tourismus aus? Ein Beispiel hierfür ist Fehmarn: die Insel ist stark touristisch geprägt (15 Hotel, 10 Pensionen, 2000 Ferienwohnungen, 17 Campingplätze) und setzt zugleich mit rund 100 Windenergieanlagen auf saubere Zukunftsenergie. Herrn Naß, Fachbereichsleiter der Stadt Fehmarn für das Thema Bauen, schildert die gemachten Erfahrungen:

Von: B.Nass@stadtfehmarn.de [mailto:B.Nass@stadtfehmarn.de]
Gesendet: Mittwoch, 28. September 2011 16:55
An: Schmalz Wolfgang – J. Schmalz GmbH
Cc: i.bolle@fehmarn-info.de
Betreff: AW: Tourismus

Sehr geehrter Herr Schmalz,

die Tourismusdirektorin hat mir Ihre Email weitergeleitet.

Als Fachbereichsleiter betreue ich die Windkraft auf der Insel Fehmarn seit über 10 Jahren und unter meiner Begleitung wurden auch die großen Repoweringprojekte ( 200 Mio € Invest) hier umgesetzt.

Derzeit stehen auf der Insel Fehmarn nur noch knapp 100 Anlagen. Im Rahmen des Repowerings haben wir die Anlagenanzahl verringert, sind jedoch in die Höhe gegangen (derzeit 100 Meter Gesamthöhe).

Es gibt hier keinerlei kritische Worte aus der Tourismusbranche. Im Zusammenspiel mit der PV-Nutzung und begrenzter Biogasproduktion repräsentieren wir hier vorbildlich den Umstieg zur regenerativen Energieerzeugung.

Es wird natürlich auch von den örtlichen Betreibern positiv gegenüber ihren Gästen verkauft.

Es gibt zudem zwei ältere Windenergieanlagen, die besichtigt und bestiegen werden können. Dies trifft auch auf Interesse der Touristen.

Die Windkraft ist hier akzeptiert. Keine Probleme.

Mit freundlichen Grüßen

Burkhard Naß
Stadt Fehmarn
Fachbereich Bauen und Häfen
Burg auf Fehmarn
Ohrtstraße 22
23769 Fehmarn

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